Prävention und Kooperation

Seit mehreren Jahren engagiert sich IOM Bern bei Aktivitäten und bei der Zusammenarbeit rund um die Prävention von Menschenhandel:


Informationsbus zum Thema Menschenhandel

Der Informationsbus zum Thema Menschenhandel wurde am 18. Oktober 2017 in Bern eingeweiht. Zwischen Oktober 2017 und Dezember 2018 durchquerte er die ganze Schweiz und machte in 27 Städten (12 Kantonen) Halt, um die Schweizer Bevölkerung über die Thematik zu informieren.

Klicken Sie hier, um eine Zusammenfassung des Busabenteuers in Videoform zu sehen. Ende 2018 konnten mehr als 9'000 Personen direkt durch dem Bus sensibilisiert werden. Das Medienecho hat mit rund 90 Berichten alle Erwartungen übertroffen.

Aufgrund des grossen Erfolgs, wird der Bus im 2019 weiter unterwegs sein und insbesondere junge Leute an Gymnasien, Hochschulen und Universitäten informieren.

Mit dem Design der rosa Brille soll der Bus einerseits auf die falschen Versprechen hinweisen, mit welchen die Opfer in die Ausbeutungssituation gelockt werden, bis sie realisieren, dass das die Realität ganz und gar nicht rosa ist. Gleichzeitig richtet sich der Slogan „Lass dich nicht blenden“ auch an die Schweizer Bevölkerung: Die Schweiz ist ebenfalls Ziel- und Transitland für Menschenhandel und auch hier finden schwere Menschenrechtsverletzungen statt.

Passanten sind eingeladen, den Bus zu besuchen und im Inneren mehr über die verschiedenen Formen von Menschenhandel zu erfahren, sowie Organisationen kennenzulernen, die im Verdachtsfall kontaktiert werden sollten. 

IOM Bern koordiniert das Busprojekt und zählt dabei auf die Hilfe der Umsetzungspartnerin FAS (Fondation Neuchâteloise pour la coordination de l’Action Sociale) und der Mitglieder des Steuerungskomitees, in dem Bundes- und Kantonsbehörden sowie NGOs vertreten sind.

Das Busprojekt wird von den folgenden Institutionen finanziell unterstützt: Bundesamt für Polizei fedpol, Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Staatssekretariat für Migration SEM, Oak Foundation, Swisslos – Lotteriefonds des Kantons Bern, Au Cœur des Grottes, ECPAT – Kinderschutz Schweiz.

Weitere Informationen zum Bus und den verschiedenen von IOM Bern koordinierten Aktivitäten zur Prävention finden sich auf: www.18oktober.ch.

Gemeinsam können wir gegen dieses Verbrechen kämpfen und den Betroffenen helfen. Ein Mensch ist keine Ware, die verkauft werden kann – Schau hin und lass dich nicht blenden.


Präventionskampagnen im Rahmen des Europäischen Tages gegen Menschenhandel (18. Oktober)

Die Prävention ist ein integraler Bestandteil der nationalen Strategie bezüglich der Bekämpfung von Menschenhandel in der Schweiz. Da Menschenhandel oft im Verborgenen und im privaten Raum vorkommt, ist er für die Öffentlichkeit kaum sicht- und erkennbar, insbesondere da die Existenz dieses Verbrechens in der Schweiz auf den ersten Blick nicht vermutet wird. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass die Öffentlichkeit darüber informiert und ihr ins Bewusstsein gerufen wird, dass Menschenhandel auch in der Schweiz vorkommt. So kann eine raschere Identifikation der Opfer von Menschenhandel stattfinden und deren Zugang zu spezialisierten Hilfeleistungen gewährleistet werden.

 

Seit dem Jahr 2012 trägt IOM Bern im Rahmen des Europäischen Tages gegen Menschenhandel vom 18. Oktober zur Sensibilisierung der Bevölkerung in der Schweiz bei. Es wurden abwechselnd Aktionstage und -wochen organisiert, um auf den Europäischen Tag gegen Menschenhandel hinzuweisen:

 

 

 

  • Anlässlich des 18. Oktober 2018 organisierte IOM Bern in Zusammenarbeit mit dem EDA in Genf eine Konferenz zum Thema "Digitale Technologie: eine beispiellose Gelegenheit zur Prävention des Menschenhandels" (Digital technology: an unprecedented opportunity for the prevention of trafficking). Es wurden technische Instrumente vorgestellt, die speziell entwickelt wurden, um das Bewusstsein zu schärfen, Verdachtsmomente zu melden und die Datenerfassung, -nutzung und -weitergabe zu verbessern.
     

  • Vom 17. Oktober bis zum 3. November 2017 koordinierte IOM Bern zum dritten Mal die Aktionswochen gegen Menschenhandel. In der ganzen Schweiz fanden 21 Veranstaltungen statt, um auf diese gravierende Verletzung der Menschenrechte hinzuweisen. Sie boten der Bevölkerung die Möglichkeit, sich zu informieren und das Phänomen Menschenhandel besser zu verstehen. Insgesamt wurden mehr als 1700 Personen direkt erreicht. Zusätzlich haben mehr als 30 Medien über die Aktionswochen und das Thema berichtet. Während der Aktionswochen wurde auch der Informationsbus zum Thema Menschenhandel eingeweiht.
     

  • Jeweils am 18. Oktober der Jahre 2016 und 2014 hat IOM Bern Filmvorführungen organisiert, in denen verschiedene Aspekte des Menschenhandels beleuchtet und anschliessend in Podiumsdiskussionen von nationalen und internationalen Experten aufgegriffen wurden. Ebenfalls im Rahmen des 18. Oktobers 2016 wurde die Postkarte «Wonderland» entworfen. Die 19'000 gedruckten Exemplare wurden in den grösseren Schweizer Städten (Genf, Lausanne, Bern, Basel und Zürich) verteilt.
     

  • IOM Bern organisierte zwischen dem 14. und 21. Oktober 2015 die zweite Schweizer Aktionswoche gegen Menschenhandel. Unter der Federführung von 18 engagierten Akteuren der kommunalen, kantonalen und nationalen Ebene wurden unter anderem Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Konferenzen, Theateraufführungen und Plakatkampagnen durchgeführt, um auf die schweren Verletzung der Menschenrechte durch Menschenhandel hinzuweisen. Insgesamt wurden 12 Veranstaltungen in 7 Kantonen organisiert.
     

  • Die erste Schweizer Aktionswoche gegen Menschenhandel fand 2013 statt (18. – 25. Oktober 2013). Die Initiative erhielt viele positive Rückmeldungen und konnte ein grosses mediales Echo in der ganzen Schweiz erzeugen.
     

  • IOM und ihre Partnerorganisationen haben im Zuge des 18. Oktober 2012 eine nationale Konferenz organisiert unter dem Titel: «Was wird in der Schweiz unternommen um den Menschenhandel zu bekämpfen?». Der Höhepunkt des Tages war dabei die Präsentation des ersten Nationalen Aktionsplans gegen den Menschenhandel (2012-2014) durch Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga.

 

Die verschiedenen von IOM Bern koordinierten Aktivitäten zur Prävention finden sich auf der Schweizer Internetplattform www.18oktober.ch. Besuchen Sie diese Internetseite um weitere Informationen zu vergangenen und zukünftigen Aktivitäten erhalten!


Organisation Runder Tische für den Austausch zwischen internationalen und Schweizer Experten

 

Dieses Projekt wird durch die Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) finanziert und hat zum Ziel, die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung von Menschenhandel zu fördern. Mit der Organisation von international besetzten Runden Tischen wird im Rahmen dieses Projektes eine Diskussionsplattform geboten, die den Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken zwischen Expertinnen und Experten aus der Schweiz und aus dem Ausland erleichtern soll. Dabei ist jeder Runde Tisch einem spezifischen Thema gewidmet, welches auf internationaler Ebene diskutiert wird und auch für die Schweiz eine besondere Relevanz hat.

 

Seit 2009 hat IOM Bern mehrere international besetzte Runde Tische organisiert:

  • Runder Tisch zum Thema Menschenhandel von Ungarn in die Schweiz (Juni 2009)

  • Schnittstelle Kinderbettelei – Kinderhandel : Beispiel Rumänien - Schweiz unter Einbezug der österreichischen Best Practices

  • Runder Tisch zum Thema Menschenhandel von Nigeria in die Schweiz (Juni 2011)

  • Die Überstellung der von Menschenhandel betroffenen Drittstaatsangehörigen gemäss der Dublin-Verordnung (Februar 2014)

  • Menschenhandel zwecks Ausbeutung der Arbeitskraft im Gastronomiegewerbe (September 2014)

  • Internationaler Runder Tisch: Arbeitsausbeutung von MigrantInnen und Menschenhandel (April 2016)

  • Internationaler Runder Tisch anlässlich des Europäischen Tages gegen Menschenhandel (18. Oktober 2016) mit ExpertInnen aus Bulgarien, Rumänien und der Schweiz

  • Wie kann die Luftfahrt zur Bekämpfung des Menschenhandels beitragen? (Juni 2018)
     

Die Organisation dieser Runden Tische ermöglicht Partnerschaften auf nationaler und internationaler Ebene und fördert die Umsetzung bewährter Praktiken und Standards sowie den grenzüberschreitenden Austausch von Erfahrungen mit Bezug zur Schweiz.

 


Bilaterale Kooperationsprojekte mit den Herkunftsländern  

 

Bulgarien

IOM Bern nahm als Experte an einem Kooperationsprojekt zwischen der Schweiz und Bulgarien teil. Das 3-jährige Projekt wurde von der Schweizer NGO FIZ und der bulgarischen NGO ANIMUS koordiniert. Daraus entstand ein bilateraler schweizerisch-bulgarischer Praxisleitfaden zur Identifizierung, zum Schutz und zur Überweisung von Opfern des Menschenhandels (Kurze Version und die vollständige Version des Berichts).

 

Ungarn

Im Jahr 2017 beteiligte sich IOM Bern an einem Kooperationsprojekt zwischen der Schweiz und Ungarn. Ziel war es, die Zusammenarbeit zu in den folgenden beiden Bereichen zu stäken:

 

  • Die Identifizierung und Überweisung von Opfern an Institutionen, die für ihren Schutz und ihre Hilfe verantwortlich sind, sowie

  • Rückkehr und Wiedereingliederung durch die Entwicklung standardisierter Verfahren.
     

Am Ende des Projekts und im Anschluss an den interdisziplinären Austausch zwischen schweizerischen und ungarischen Partnern wurden auf der RAVOT-Website Informationen über den Kontext der Bekämpfung des Menschenhandels in der Schweiz hinzugefügt.